Wie wir unser Gemüse anbauen
Unser Gemüse wächst nach den Prinzipien des Market Gardening – einer Methode der biointensiven Marktgärtnerei, die unter anderem durch Jean-Martin Fortier bekannt wurde. Dabei setzen wir auf eine hohe Vielfalt an Kulturen auf relativ kleiner Fläche, die sich im Laufe des Jahres ständig abwechseln. In einigen Bereichen orientieren wir uns zudem an den Richtlinien der Permakultur.
Wir wirtschaften ökologisch, um nicht nur gesunde Lebensmittel zu erzeugen, sondern gleichzeitig den Boden zu regenerieren und Lebensräume für zahlreiche Arten zu schaffen. Charakteristisch für das Market Gardening ist außerdem der Verzicht auf große Maschinen und die Direktvermarktung der Erzeugnisse – wie bei uns etwa über die Solidarische Landwirtschaft (SoLawi).

Warum Market Gardening – und wie wir es umsetzen?
Das Market Gardening bietet viele Vorteile. Schon auf kleiner Fläche lassen sich hohe Erträge erzielen, weil die Beete nach der Ernte sofort neu bepflanzt werden. So wachsen über das Jahr hinweg mehrere Kulturen auf demselben Beet, und die Pflanzenabstände sind kompakt, wodurch die Fläche optimal genutzt wird.
Trotz der vielen Handarbeit sorgt eine präzise Anbauplanung für Effizienz. Maße von Beeten, Werkzeugen und Geräten sind aufeinander abgestimmt – das spart Zeit und Arbeit. Die intensive Pflege per Hand ermöglicht zudem eine hohe Qualitätskontrolle: Krankheiten oder Schädlinge werden früh erkannt, Nützlinge gezielt eingesetzt.
Durch die ständige Bodenbedeckung bleiben unsere Beete vor Erosion geschützt. Der Boden kann mehr Wasser speichern, verdunstet weniger, und der gesamte Wasserbedarf sinkt.
Da wir keine schweren Maschinen einsetzen, wird der Boden nicht verdichtet, und das Bodenleben bleibt intakt – eine wesentliche Grundlage für Fruchtbarkeit und gesunde Pflanzen. Diese fördern wir zusätzlich durch eine durchdachte Fruchtfolge (Wechsel von Stark-, Mittel- und Schwachzehrern), organische Düngung (Kompost, Gründüngung, Pflanzenjauchen, Mykorrhiza, EMs) und Mischkulturen, bei denen sich Pflanzen gegenseitig positiv beeinflussen.

Auch bei Schädlings- und Krankheitsmanagement setzen wir auf natürliche Methoden: biologische Pflanzenstärkungsmittel, Pflanzentees, Nützlinge oder händisches Entfernen.
Eine weitere wichtige Rolle spielt das Mulchen, etwa mit Grasschnitt – das hält den Boden feucht, schützt ihn vor Austrocknung und unterdrückt Beikräuter.
Die große Vielfalt unserer Gemüsearten schützt uns vor Ernteausfällen und fördert die Biodiversität. Wir verwenden ausschließlich biologisches, samenfestes Saatgut, oft von alten oder seltenen Sorten, die wertvolle Nahrung und Lebensraum für Insekten, Bodenlebewesen und viele andere Tiere bieten.
Unser Fazit
Market Gardening bedeutet für uns weit mehr als nur Gemüseanbau: Es schont Ressourcen, stärkt den Boden, fördert Artenvielfalt – und schafft gesunde, regionale Lebensmittel. Genau deshalb sehen wir in dieser Methode eine nachhaltige und zukunftsfähige Form der Landwirtschaft.

